Schmuck mit echten Blüten einfach selber machen? Zwischen DIY-Traum und Werkstatt-Realität

Hand aufs Herz: Wer ist nicht schon einmal durch den Wald spaziert, hat ein wunderschönes Farnblatt oder eine leuchtende Blüte gesehen und gedacht: „Das müsste man für immer festhalten können“?

Der Gedanke, Naturschmuck einfach selbst in Kunstharz zu gießen, ist verlockend. Doch wer sich schon einmal an das Abenteuer „Harzschmuck“ gewagt hat, merkt schnell: Es ist weit mehr als nur ein bisschen Basteln am Küchentisch. Heute werfen wir mal wieder einen Blick hinter die Kulissen und schauen uns an, was man wirklich braucht, um gute Ergebnisse in Sachen DIY Schmuck mit echten Pflanzen zu erzielen.

Die Pflanze: Trocknen ist eine Wissenschaft für sich
Einfach eine frische Blume in Epoxidharz gießen? Lieber nicht. Die Feuchtigkeit würde die Pflanze braun werden lassen und das Harz trüben. Damit die Farben und Formen erhalten bleiben, nutzt man spezielles Silikatgel. Es entzieht der Pflanze die Feuchtigkeit, ohne die Struktur zu zerstören. Das braucht Geduld, Platz und das richtige Timing. Alternativ können die Pflanzen auch gepresst werden.
Beide Trocknungsarten dauern ca. 2 Wochen.

Sicherheit geht vor: Dein Wohnzimmer wird zum Labor
Epoxidharz ist ein wunderbarer Werkstoff, aber im flüssigen Zustand chemisch reizend (vor allem für Atemwege und Haut). Wer sicher arbeiten will, kommt um eine ordentliche Ausstattung in einem extra Raum mit Fenster, der im Alltag nicht bewohnt wird und in dem vor allem keine Haustiere oder Kinder rumhüpfen, nicht herum. Was braucht man alles?

  • Hochwertige Atemschutzmaske (Staubmasken reichen nicht!): Ein Muss, um die Dämpfe nicht einzuatmen. Ich trage mittlerweile sogar Vollmaske!

  • Nitrilhandschuhe: Herkömmliche Haushalts- oder Latexhandschuhe reichen nicht aus.

  • Raumlufttrockner & Heizgerät: Harz ist eine Diva. Ist es zu kalt oder die Luftfeuchtigkeit zu hoch, härtet es nicht klar aus oder man bekommt Schlieren. Darum arbeite ich mit einem Raumlufttrockner, lüfte regelmäßig und trockne die Werkstücke unter einer speziellen Warmluftheizung.

  • Hochwertiges Epoxidharz: Es gibt viele verschiedene Harze auf dem Markt und es dauert wirklich, bis jeder "seines" gefunden hat. Ich achte hier auf hohe Qualität und für mein eigenes Sicherheitsgefühl auch auf so wenig giftige Dämpfe wie möglich, UV-Beständigkeit, Klarheit etc. Es gibt viele gute Marken und ich verwende auch unterschiedliche Harze für unterschiedliche Einsatzbereiche (wichtig z.B. Gießhöhe).

Künstlerin der Waldesruf Schmuckerei bei der Arbeit mit Epoxidharz: Trägt Atemschutzmaske und Nitrilhandschuhe zum sicheren Gießen von Schmuck mit Blumen in der Werkstatt.

Das richtige Anmischen...
...ist auch eine Frage der Geduld. Jedes Epoxidharz besteht aus zwei Komponenten. Dem Harz an sich und dem Härter. Je nach Hersteller wird es in einem entsprechenden Mischverhältnis entweder nach Gewicht (Feinwaage nötig!) oder nach Volumen zusammengemischt und dann langsam verrührt. Und zwar so lange bis keine Schlieren mehr sichtbar sind. Schneller geht es mit UV-Resin, das fertig gemischt in Tuben erhältlich ist, aber eine UV-Lampe zur Aushärtung benötigt.

Die Technik: Der Kampf gegen die Luftblase
Das größte Ärgernis jedes Harz-Künstlers? Kleine Luftblasen, die die Sicht auf die Pflanze versperren. In der Waldesruf Schmuckerei kommen hier schwere Geschütze zum Einsatz:

  • Druckluftmaschine: Um direkt nach dem Mischen Blasen aus dem Harz entweichen zu lassen.

  • Feinschliff: Damit die Kanten nicht kratzen, wird in vielen Durchgängen entgratet, geschliffen und poliert. Auch meine guten Freunde, die Staubfasern, versuche ich so bestmöglich loszuwerden.

Dennoch ist es fast unmöglich, ein Schmuckstück ohne Blasen und Flunserln herzustellen, dazu bräuchte man wohl einen Reinraum. Aber ein bisschen Feenstaub hat noch niemandem geschadet oder? ;)

Lohnt sich der Aufwand für ein Einzelstück?
Wenn man die Kosten für hochwertige UV-beständige Harze, Formen, Sicherheitsausrüstung, Schleifmittel und die Zeit für die Trocknung zusammenrechnet, landet man schnell bei einer Summe, für die man sich eine ganze Kollektion gönnen könnte. 

Zudem braucht es oft Monate (und viele Fehlversuche!), bis die Technik so sitzt, dass der Schmuck nicht nach „Bastelstunde“, sondern nach „ok, das passt“ aussieht.

Im Einzelhandel gibt es auch immer wieder recht günstige DIY-Sets z.B. mit UV-Resin zu kaufen, leider fehlt hier oft die Sicherheitsausstattung. Wenn ihr sowas kauft, achtet bitte unbedingt auf die Qualität  und auf eure Sicherheit und fragt gerne jemanden, der sich damit auskennt!

Mein Fazit: Genießen statt Grübeln
DIY Schmuck herstellen macht riesigen Spaß und ich ermutige jeden dazu, kreativ zu sein! Doch wenn du ein Schmuckstück suchst, das handwerklich gut gemacht, langlebig und ohne chemische Experimente in der eigenen Küche zu dir kommt, dann schau dich lieber in Ruhe hier um.

In der Waldesruf Schmuckerei habe ich das Equipment, die Erfahrung und die nötige Geduld bereits investiert. So kannst du dich voll und ganz auf das Design und die Bedeutung deiner Lieblingspflanze konzentrieren, während ich das „Handwerks-Abenteuer“ für dich übernehme.

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